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Die
aktuellen wirtschaftspolitischen und finanzwirtschaftlichen
Rahmenbedingungen sowie konkrete Erfahrungen aus Investitionsprojekten
in Albanien standen im Mittelpunkt des Forums „Albanien – ein Land
im Wandel: Erfolgreich investieren und finanzieren“ anlässlich des
albanischen Nationalfeiertages am 28. November 2007 bei der Deutschen
Bank AG in Berlin. Botschafter Gazmend Turdiu und DAW-Präsident Hans-Jürgen Müller hoben eingangs den ausgezeichneten Erfolg der
Deutsch-Albanischen Wirtschaftskonferenz Ende Oktober 2007 hervor,
deren Ziel es gewesen sei, Albanien als attraktiven Investitions- und
Handelsstandort zu präsentieren. Direktor Bernhard
M. Deppisch begrüßte im Namen der Deutschen Bank AG die
zahlreichen Teilnehmer des Forums.
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Ernal Filo, 1. Sekretär der Botschaft der Republik Albanien
verwies in seinem Einführungsstatement auf die Stabilität
Albaniens und die Verbesserung der wirtschaftlichen und rechtlichen
Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren. Ausdruck dessen sei auch
das seit Jahren anhaltend hohe dynamische Wirtschaftswachstum von
durchschnittlich 5,2 Prozent. Das Wachstum erfordere jedoch
Energie, was Albanien gerade für Investoren aus dem Energiewesen,
u. a. für alternative Energien, interessant mache.
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Botschafter
Gazmend Turdiu und DAW-Präsident Hans-Jürgen Müller bei der Eröffnung
des Forums in der Deutschen Bank AG. |
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Auch habe die albanische Regierung in den vergangenen Jahren
zahlreiche Maßnahmen verwirklicht, die Albanien als Standort
vorangebracht haben. Als ein Beispiel nannte er die 1-Euro-Initiative,
nach der ausländische Investoren staatliche Grundstücke zum Preis
von einem Euro für dreißig Jahre erwerben könnten. Weiterhin sei
der „One-stop-shop“ als zentrale Anlaufstelle für
Unternehmensregistrierungen geschaffen worden. Die ertragsteuerliche
Belastung für Unternehmen werde zum Jahreswechsel von 25 Prozent
auf 10 Prozent gesenkt. Als Perspektiven für Investitionen führte er
neben dem Energiewesen die anstehenden Privatisierungen des
albanischen Versicherungsunternehmens INSIG, des staatlichen Erdölunternehmens
ARMO und des Energieversorgers KESH. Ein weiterer Schwerpunkt sei die
Entwicklung des Tourismus und der damit zusammenhängenden
Dienstleistungen.
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Das
Engagement der Deutschen Bank AG in der Region erläuterte Frau Dr.
Dagmar Linder,
Direktorin
Regional Management Central
and Eastern Europe. Sie
verwies auf die Handelströme der Länder des Westlichen Balkans mit
Deutschland, die darauf hinwiesen, dass der bilaterale Handel zwischen
Albanien und Deutschland noch ausbaufähig sei. Zur Absicherung von
Handelsaktivitäten über die HERMES-Kreditversicherung sei Albanien
vor wenigen Jahren in die Stufe 6 aufgewertet worden. Aus Reihen der
Teilnehmer wurde angesprochen, dass die Finanzierung von
Handelsbeziehungen nicht vorrangig über Versicherungen gedeckt würde.
Zur Erhöhung der Transparenz und zur Verbesserung der
Finanzierungsaktivitäten wurde vorgeschlagen, das Rating Albaniens zu
entwickeln und dazu Anleihen zu begeben, die als Referenz für
Emittenten im Land herangezogen werden könnten. Die Deutsche Bank AG
sei bereit, Albanien auf dem Weg an die Kapitalmärkte zu begleiten.
Bereits heute würde ein Teil des Zahlungsverkehrs mit dem Ausland über
die Deutsche Bank abgewickelt. |
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Das
Engagement der Berlinwasser International AG in Wasserversorgung und
Abwasserwesen in Albanien erläuterte Direktor Uwe
Gyßer.
Er erläuterte zunächst die Herausforderungen, mit denen sich
Berlinwasser im Projekt Elbasan, konfrontiert sah. Er verwies darauf,
dass es gelungen sei, die die Qualität des Netzes technisch zu
verbessern und Netzverluste zu reduzieren. Schwierig seien jedoch Tarifanpassungen.
Die Tarife seinen auf niedrigem Niveau und nur schwierig zu erhöhen.
Diese müssten jedoch auskömmlich sein, wenn sich die Investitionen
in das Netz und seinen Ausbau rechnen sollen. Aus diesem
Grund sei
die Netzkonzession wieder an die Kommune rückübertragen worden und
Berlinwasser weiterhin über eine Managementlösung in Elbasan
beratend engagiert.
Weiterhin
wurde das „Vier-Städte-Projekt“ angesprochen, das über einen
Kredit der Weltbank finanziert werde und über einen
Managementkontrakt die Verantwortung des Betriebs der Netze in Durres,
Lezhe, Fier und Saranda beinhalte. Ziel sei es, die Rahmenbedingungen
in der kommunalen Wasserver- und -entsorgung gemeinsam mit dem
albanischen Personal zu verbessern. Das Projekt laufe seit 2003 und
werde voraussichtlich im Sommer 2008 mit erfreulichen Ergebnissen
abgeschlossen. |
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Ernal
Filo von der albanischen Botschaft, Anduena Stephan von Sprint,
Tirana, und Uwe Gyßer von Berlinwasser International, Berlin, im
Dialog (von links). |
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Anduena Stephan,
Executive Partner und DAW-Präsidiumsmitglied, erläuterte das
Engagement von Sprint Marketing und Management Consulting, Tirana, und
empfahl insbesondere, bei geschäftlichen Kontakte die Mentalitäten
der Menschen zu berücksichtigen. Während beispielsweise in
Deutschland elektronische Kommunikationsformen im Geschäftslebens
zunehmend an Gewicht gewinne, habe diese Kommunikationsform in
Albanien nur untergeordnete Bedeutung, in Albanien lege würde große
Bedeutung dem persönlichen Kontakt beigemessen. Erfolgreiche
bilaterale Geschäftsbeziehungen gründen auf gegenseitiger
Anerkennung für die Leistungen des anderen.
Die
Deutsch-Albanische Wirtschaftsgesellschaft dankt allen für ihr
engagiertes Mitwirken und der Deutschen Bank AG darüber hinaus für
ihre freundliche Unterstützung.
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