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Geschichte

Albanien hat eine wechselhafte Geschichte, geprägt von Fremdherrschaft und Selbständigkeit, von Freiheit und Unterdrückung, von Wohlstand und Armut. Mit dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes, das das Land für fast ein halbes Jahrhundert vollkommen von der Außenwelt isolierte, hat sich auch für Albanien wieder die Zeit neue Perspektiven eröffnet. Albanien ist wieder mitten in Europa angekommen und hat einen faszinierenden Modernisierungs- und Aufholprozess in den vergangenen Jahren gestartet.

7. Jh. v. Chr.
Gründung griechischer Kolonien auf dem Gebiet des heutigen Albaniens. Die griechische Kultur hat einen großen Einfluss auf die Illyriechen Stämme,
die als Urahnen der heutigen Albaner angesehen werden.

6. Jh. v. Chr.
Das Reich der Illyrer erlebt eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit. Herausragende Könige dieser Zeit sind Bardhyl, Agron, Teuta und Gent. Zur Erinnerung an dieser Zeit verwenden die Albaner heute diese Namen häufig als Vornamen für ihre Kinder.

3. Jh. v. Chr.
König Agron herrscht über ein ausgedehntes Reich von Epirus im Süden bis Dalmatien im Norden. Shkoder wird die Hauptstadt des illyrischen Königreiches.

229 - 228 v. Chr.
Die ersten römisch-illyrischen Kriege.

168 v. Chr.
Das Ende der Epoche der Illyrer und der Beginn der römischen Herrschaft in Albanien.

600 – 11. Jh.
Albanien ist Teil des Byzantinischen Reiches; Besiedlung durch slawische Stämme; Eroberung durch die Normanen.

1190–1216
Gründung des ersten albanischen Fürstentums „Arbanon“ in Mittelalbanien.

1272
Gründung des „Regnum Albaniae“ durch den König von Sizilien Karl von Anjou. Das Königreich umfasst die Küstengebiete von Durres bis Vlora.

1343 - 1347
Albanien wird Teil des serbischen Reiches unter Zar Stefan Dušan.

1398
Schlacht auf dem Amselfeld: Niederlage des serbischen Reiches. Die osmanische Herrschaft wird zur stärksten Macht auf dem Balkan.

1443 - 1478
Selbständigkeit unter dem Nationalhelden Skanderbeg [Gjergj Kastrioti (1405 – 1468)]. Seine militärischen Erfolge gegen die Osmanen erregen im ganzen christlichen Europa Bewunderung. Der Papst verleiht ihm für seine ruhmreichen Taten den Titel „Athleta Christi“.

1478 - 1872
Albanien wird wieder Bestandteil des osmanischen Reiches.

im 16. Jh.
Beginn einer starken Auswanderung und der Islamisierung der Bevölkerung.

im 19. Jh.
Beginn der Nationalbewegung „Rilindja Kombetare“ („Die Albanische Nationale Wiedergeburt“). Die Albaner beginnen sich während dieser Periode als moderne Nation zu formieren und politisch zu organisieren.

1912
Entstehung eines selbständigen Staates Albanien durch die Unabhängigkeitserklärung von Vlora.

1913
Auf der „Londoner Botschafterkonferenz“ wird die Unabhängigkeitserklärung Albaniens bestätigt und die Landesgrenzen festgelegt: das Kosovo und die albanische Minderheit Mazedoniens bleibt bei Serbien und Montenegro, der Großteil der südalbanischen Cameria als "Epirus" bei Griechenland. Gut 40 Prozent der Albaner bleiben außerhalb der Landesgrenze.

1914
Kurzzeitige Regentschaft des deutschen Prinzen Wilhelm zu Wied. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird das Land durch die Mittelmächte besetzt.

1920
Tirana wird Hauptstadt und Albanien wird in den Völkerbund aufgenommen; Bestätigung der Grenzen von 1913.

1924
Infolge der „Juli-Revolution“ bildet Bischof F. S. Noli die „Demokratische Reformregierung“. Er wird wenige Monate später von Ahmed Zogu gestürzt.

1925
Ahmed Zogu wird zum Ministerpräsidenten der albanischen Republik gewählt. Während seiner Regierungszeit gerät Albanien in zunehmender politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von Italien.

1928
In Albanien wird die Monarchie ausgerufen. Ahmed Zogu ernennt sich zum „König von Albanien“.

1939
Besetzung Albaniens durch italienische Truppen und völkerrechtliche Verbindung mit Italien durch die Gründung der albanisch-italienischen Personalunion unter dem italienischen König Victor Emanuel III.

1942
Gründung der Nationalen Befreiungsfront unter Führung albanischer und jugoslawischer Kommunisten.

1943
Kapitulation Italiens und die Besetzung Albaniens durch deutsche Truppen bis zur Räumung im November 1944.

Jan. 1946
Die Kommunistische Partei ruft die „Volksrepublik Albanien“ und die sozialistische Verfassung aus. Enver Hoxha übernimmt die Führung der neuen kommunistischen Regierung.

1948
Abbruch der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Jugoslawien; Beginn des albanisch-sowjetischen Bündnisses.

1955
Eintritt Albaniens in die UNO.

1955 - 1968
Albanien ist Mitglied des Warschauer Paktes.

1961
Abbruch aller Beziehungen zur UdSSR und Aufnahme von Wirtschaftsbeziehungen mit China.

 1967
Beginn der „albanischen Kulturrevolution“: Säkularisierung aller religiösen Stätten, Kampf gegen „fremde Einflüsse“.

1976
Durch eine neue Verfassung erhält Albanien den neuen Staatsnamen „Sozialistische Volksrepublik Albanien“ (Republika Popullore Socialiste e Shqiperise). Maßnahmen: Verbot von Krediten, Festlegung des Atheismus, u. a.

1978
Abbruch der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu China; Beginn der außenpolitischen Isolation.

1985
Tod Enver Hoxhas. Sein Nachfolger wird Ramiz Alia.

1987 - 1990
Einleitung von Reformen: Reisefreiheit, Zulassungen von Parteien, Tolerierung der Religionsausübung und Aufnahme der ersten diplomatischen Beziehungen mit dem Westen.

1990 - 1991
Die katastrophale Versorgungslage führt zu einer Massenflucht: 6.000 Albaner fliehen in westliche Botschaften und über 10.000 Menschen wandern nach Italien aus.

1992
Ende der kommunistischen Herrschaft. Die „Demokratische Partei“ gewinnt die ersten freien Wahlen und Prof. Dr. Sali Berisha wird Präsident.

März 1997
Sturz der Regierung über betrügerische Investitionsfonds, die sog. Pyramidensysteme; Verhängung des Ausnahmezustandes und vorgezogene Parlamentwahlen unter Aufsicht der OSZE.

Juli 1997
Die „Sozialistische Partei“ gewinnt die Parlamentswahlen. Fatos Nano, Vorsitzender der Sozialistischen Partei, wird Ministerpräsident.

1997 – 2002
Eine lang anhaltende Krise innerhalb der „Sozialistischen Partei“ führt zu ständigen Regierungswechseln: nach Fatos Nano wird Pandeli Majko Ministerpräsident, dann Ilir Meta, dann wieder Pandeli Majko und anschließend erneut Fatos Nano.

September 2005
Die „Demokratische Partei“ gewinnt die Parlamentswahlen, Prof. Dr. Sali Berisha wird zum Ministerpräsidenten gewählt.

Juni 2006
Albanien unterzeichnet ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der EU, das im Frühjahr 2009 in Kraft tritt.

April 2009
Albanien wird Vollmitglied der NATO und stellt den Auftrag auf Mitgliedschaft in der EU.

Oktober 2009
Die „Demokratische Partei“ gewinnt die Parlamentswahlen und bildet zusammen mit der „Sozialistischen Allianz für Integration“ und der „Republikanischen Partei“ die neue Koalitionsregierung unter Führung von Prof. Dr. Sali Berisha.

Dezember 2009
Reisefreiheit für Albanien in die EU im Zuge der Visaliberalisierung.

 

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