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Deutsch - Albanische Wirtschafts- gesellschaft e.V. DAW
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Infos
über Albanien Wirtschaft Albanien ist ein Land im Aufbruch, nach dem schwierige Jahre überwunden sind. Die Regierung Albaniens hat sich Reformen und die Stärkung des in- und ausländischen Vertrauens in Regierung und Staat zum Ziel gesetzt. Der Regierung ist es gelungen, die politische Lage zu stabilisieren, die öffentlichen Institutionen zu stärken und auf einen Weg des schnellen wirtschaftlichen Wachstums einzuschwenken. Seit Beginn des Transformationsprozesses Anfang der 1990er Jahre ist die Mitgliedschaft Albaniens in der EU das ausdrückliche Ziel der Bevölkerung und das politische Ziel der Regierung. Die erfolgreiche Umsetzung der Reformen in Wirtschaft und Verwaltung bringt solide staatliche Institutionen hervor. Albanien ist eine funktionierende Demokratie mit einer freiheitlichen und demokratischen Verfassung. Das 2007 unterzeichnete Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen ist am 1. April 2009 in Kraft getreten. Im März 2009 hat die albanische Regierung in Brüssel den Beitrittsantrag zur Europäischen Union eingereicht. Der Evaluierungsprozess dient der Feststellung der Eignung Albaniens in Mitgliedschaftsverhandlungen eintreten zu können.
Die ökonomische Stabilisierung zeigt Erfolge. Das Bruttoinlandsprodukt ist in den vergangenen Jahren mit beachtlichen Wachstumsraten gestiegen. Bis 2008 stieg das Bruttoinlandsprodukt jahresdurchschnittlich um rund 5 bis 6 Prozent. Auch in der globalen Finanz und Wirtschaftskrise steigt das Bruttoinlandsprodukt 2009 um wenigstens 0,4 Prozent nach Prognose des Internationalen Währungsfonds. Für 2009 wird ein Anstieg von rund 2 Prozent erwartet. 2008 betrug beträgt das Bruttoinlandsprodukt - rund 3,2 Millionen Einwohnern - rund 2.725 Euro pro Kopf. Seit der Jahrtausendwende hat sich dieses somit mehr als Verdreifacht.
Die Inflation ist eingedämmt. 2009 liegt sie bei 2,3 Prozent. Die Zentralbank zielt mit ihrer Geldpolitik darauf, die Inflation bei 2 bis 4 Prozent zu halten. Dies ist ihr in den letzten Jahren erfolgreich gelungen. Eine verlässliche Geldpolitik ist entstanden. Geld- und Finanzwesen Der
Wechselkurs betrug im August 2009 rund 132 Lek/Euro. Ein funktionsfähiger
Banken- und Finanzsektor ist geschaffen und inzwischen auch die größte
albanische Bank, die Savings Bank (Sparkassen), an die österreichische
Raiffeisenbank privatisiert. An der mittelstandsfördernden ProCredit sind
unter anderem die Commerzbank, die kfw Bankengruppe und die ProCredit Holding
jeweils mit Sitz in Frankfurt a. M. beteiligt. Die Zinsen liegen wieder auf
einen Niveau von 5,75 Prozent, nachdem diese von September 2007 bis 2008 auf
6,25 Prozent angehoben wurden. Das Vertrauen in das Geldwesen hat sich nach
dem Zusammenbruch des Pyramidensystems im Jahr 1997 inzwischen wieder erholt.
Zahlungen und Geschäfte werden überwiegend noch in bar abgewickelt, aber die
Bezahlung über Kreditkarten ist auf dem Vormarsch - u.a. bei Restaurants und
Hotels. Wirtschaft Schwerpunkt der albanischen Regierung ist zum einen die Modernisierung der Infrastruktur. Im Fokus steht dabei insbesondere der Ausbau des albanischen Straßenwesens. Im Juli wurde die wirtschaftlich strategische Autobahn in das Kosovo eröffnet und verbindet nun Durres und Prishtina. Die zweite Ausbaustufe des internationalen Flughafens Tirana International wurde im September 2000 neu eröffnet - drei Jahre früher als geplant. Auch der Energiestandort Albanien wird vorangebracht. Nach der dreigliedrigen Neustrukturierung des staatlichen Energieunternehmens Korporata Elektroenergjetika Shquiptare (KESH) wurde die Distributionsschiene an das tschechische Unternehmen CEZ privatisiert. Neben der Modernisierung von etwa 400 kleinen Wasserkraftwerken werden größere Wasserkraftwerke an Drin, Devoll, Vjosa, Shala und Curraj geplant. Darüberhinaus gibt es Vorhaben zum Bau von Solar- und Windkraftwerken. Von besonderer Bedeutung sind die Anknüpfung an das europäische Stromnetz über Podgorica/Montenegro und - geplant - über Pristina/Kosovo. Weitere zentrale Projekte liegen in der Wasserversorgung und Müllentsorgung. So wurden in den vergangenen Monaten eine moderne Wasserversorgungsinfrastruktur in Kavaja, Korca und Pogradec in Betrieb genommen. Die Privatisierung der ehemals staatlichen Unternehmen ist weitgehend abgeschlossen und gibt Freiraum für privatwirtschaftliche Initiativen. So wurden in den vergangenen Jahren beispielsweise Albtelecom, die albanischen Sparkassen und das staatliche Ölunternehmen Armo privatisiert. Im Mobilfunk-Netz sind weitere Investitionen zu erwarten. Anbieter in Albanien sind bisher AMC (an der die Deutsche Telekom AG mittelbar beteiligt ist), Vodafone Albania und Eagle Mobile (Tochtergesellschaft von Albtelcom). Im Frühjahr 2009 erhielt das kosovarische Post- und Telekommunikationsunternehmen PTK als viertes Unternehmen eine Lizenz. Privatwirtschaftlich stützt sich der Wandel zum anderen in Albanien zu fast der Hälfte der erwirtschafteten Güter und Dienstleistungen auf den Dienstleistungssektor, davon entfällt widerum fast die Hälfte auf Handel, Gastronomie und Tourismus. Gerade im Tourismus liegen noch enorme Potenziale, wie sich die Delegation unter Leitung von DAW Präsident Hans-Jürgen Müller anlässlich der Information und Kontaktveranstaltung "Zukunft Tourismus: grenzüberschreitende Zusammenarbeit für internationalen Tourismus: Albanien - Montenegro - Mazedonien" vom 5. bis 9. Mai 2009 überzeugen konnte. Zweitwichtigster Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft, die rund 24 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Angeschoben wird die wirtschaftliche Entwicklung auch von der Bauwirtschaft. Auch der Sektor Verkehr und Logistik konnte seinen Anteil weiter erhöhen. Der Beitrag von Industrie und Bergbau ist dagegen gesunken. Inzwischen liegt sein Anteil bei nur noch rund 10 Prozent. Die konsequente Erschließung von Rohstoffen und die Stärkung der Textil-, Schuh- und Lederwirtschaft bieten für Albanien jedoch wichtige Zukunftspotenziale.
Industrie und auch die Landwirtschaft haben mit der rasanten Entwicklung Albaniens nicht Schritt halten können. Auf Grund von komparativen Lohnvorteilen verzeichnet nur die Schuh- und Textilindustrie ein positives Wachstumspotenzial. Erfreulich ist auch, dass die Elektrizitätserzeugung ansteigt. Dennoch ist die Energieversorgung noch nicht so gesichert, dass nicht mehr mit Stromausfällen gerechnet werden müsste. Das rasante Wachstum führt zudem zu einem zusätzlichen Energiebedarf. Gegenwärtig kann Albanien sein Bedarf aus eigener Erzeugung nicht decken. Die Erneuerung der Energieversorgung hat daher politisch einen hohen Stellenwert. Konsum und Beschäftigung In Albanien lag die Arbeitslosigkeit nach offiziellen Angaben im Jahr 2008 bei rund 13 Prozent: Nach Schätzungen liegt sie jedoch tatsächlich mehr als doppelt so hoch. Volkswirtschaftlich besteht ein Überangebot an Arbeitskräften, wenngleich die Arbeitslosigkeit seit Jahren rückläufig ist. Die Löhne sind niedrig. Der durchschnittliche Monatslohn betrug 2006 zwischen 200 und 400 Euro. Dies macht gerade Lohnveredelung und Arbeitskraft intensive Fertigung in Albanien interessant. Insbesondere
die Überweisungen von Albanern, die im Ausland leben, in ihre Heimat erhöhen
das monatlich zur Verfügung stehende Einkommen zum Teil erheblich. Dies wird
vor allem beim deutlichen Wachstum im Einzelhandel ersichtlich. Im Jahr 2008
betrugen die Überweisungen rund 800 Millionen Euro und somit fast 10 Prozent
des Bruttoinlandsproduktes. Nach den Rahmenplanungen des albanischen
Finanzministeriums ist der private Konsum auf der Verwendungsseite einer der
Motoren des Wachstums. 2008 stieg der private Konsum um rund 5 ½ Prozent,
2009 sollen es trotz der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise noch 4 ½
Prozent sein. Darin kommt der enorme Nachholbedarf der Bürger in Albanien zum
Ausdruck. Er bietet somit Perspektiven gerade auch für Kooperationen im
Einzelhandel. Nach der Eröffnung der ersten Filiale der Drogeriemarktkette
Rossmann im Frühjahr 2009 hat Ende Oktober auch die Baumarktkette
Praktiker eine erste Filiale eröffnet. Außenhandel
Albaniens wirtschaftliche Entwicklung ist eng mit der Außenwirtschaft verbunden. Rund ein Drittel trägt der Außenhandel zum Bruttoinlandsprodukt bei. Albanien importiert fast viermal soviel wie es exportiert. Es wurden 2008 Waren im Wert von fast 3.600 Millionen Euro importiert und über 900 Millionen Euro exportiert. Albaniens Außenhandel ist dabei schwerpunktmäßig auf Europa ausgerichtet. Wichtigste Handelspartner sind Italien und Griechenland. An vierter Stelle - nach China und noch vor der Türkei - folgt Deutschland. Die wichtigsten Einfuhrgüter sind Autos, Maschinen, Ausrüstungen, Ersatzteile mit einem Anteil von 22 Prozent, Nahrungsmittel, Getreide, Tabak mit einem Anteil von 17 Prozent, Textilien, Schuhe und Leder mit einem Anteil von 11 Prozent, Kraftstoffe und Elektrizität mit einem Anteil von 18 Prozent sowie Baumaterialien mit einem Anteil von 20 Prozent. Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind veredelte Produkte wie Textilien, Schuhe, Leder, Lederprodukte (45 Prozent der Ausfuhrgüter) sowie Rohstoffe mit einem Anteil von 18 Prozent und Baumaterialien mit einem Anteil von 20 Prozent.
Auch die Auslandsinvestoren tragen entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Sie sind im vergangenen Jahr nach dem Einbruch im Jahr 2003 bis zum Jahr 2008 auf 653 Millionen Euro gestiegen.
Hauptinvestitionsländer sind die Nachbarländer Italien, Griechenland, Mazedonien und die Türkei. Über die Hälfte der öffentlichen Investitionen werden aus dem Ausland finanziert. Die Weltbank, die Europäische Union, Italien und Deutschland sind die wichtigsten Geldgeber. Die Finanzmittel fließen weitgehend in den Auf- und Ausbau der Infrastruktur. Investitionsklima Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Rahmenbedingungen im Land zu verbessern. Die Körperschaftsteuer wurde zum 1. Januar 2008 auf 10 Prozent halbiert. Um die Ansiedelung von Unternehmen weiter zu fördern, wurden die institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Programm: "Albanien – ein Euro“ ins Leben gerufen. Hierdurch soll die Attraktivität erhöht und zugleich mehr Rechts- und Planungssicherheit für ausländische Investoren geschaffen werden. Unternehmen sollen die Möglichkeit erhalten, innerhalb eines Tages ein Unternehmen zu gründen. Erwerb von Grundeigentum durch Ausländer ist möglich, wenn die Investition mindestens dreimal so hoch ist, wie der Wert des Grundstückes. Möglich ist auch der Rücktransfer von Gewinnen und Vermögen. Mit Deutschland besteht seit 1995 ein Investitionsschutzabkommen, ein Doppelbesteuerungsabkommen ist schriftlich fixiert, jedoch weiterhin in der bilateralen Abstimmung. Zur deutlichen Verbesserung des Investitionsklimas hat das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen von 2007 – und als Übergang das Interimshandelsabkommen – beigetragen. Das Abkommen ist zum 1. April 2009 in Kraft getreten. Mit der Umsetzung bekennt sich Albanien zur Einführung von EU-konformen rechtlichen Standards und zum Abbau von Barrieren für den Außenhandel, z.B. von Zöllen über einen Zeitraum von 10 Jahren. Im Frühjahr 2010 wird der zweite Fortschrittsbericht von der Europäischen Kommission vorgelegt. Im ersten Fortschritts Bericht hat die EU-Kommission das Engagement der albanischen Regierung bereits insgesamt positiv bewertet.
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